Aus dem Kriegstagebuch Tag 1 und 2 des Christoph
Nach etlichen 2 Stunden Verspätung ging mein Flieger
nach Narita dann doch noch. Leider habe ich, bis jetzt
noch keine Gelgenheit gehabt Fotos zu machen, da meine
Batterien der Kamera leer waren.
Schade.. Auf der Fahrt nach Kanazawa gab es soviel zu sehen.
Ein kleines Video das ich mit meinem, fast funktionsuntüchtigen,
Handy gemacht habe, habe ich angehängt.
Wer denkt in einer Boeing 747-400 wäre viel Platz, der sei
hiermit eines Besseren belehrt. Ein Terrarium ist dagegen groß
und nicht so warm. Wenigstens konnte ich mich auf dem Flug mit
einem etwa gleichalten Schweizer ( Ja, ich habe den “Wer hat’s
erfunden!?” Witz auch noch mitgenommen, für schlechte
Witze bin ich immer zu haben ) der auch das erste mal
nach Japan flog, unterhalten.
Nach Ankunft in Narita erstmal Überraschung: Der Flughafen ist
irgendwie kleiner als gedacht, kurze Passkontrole plus Visum
für 90 Tage, und den Koffer vom Laufband geschnappt.
( Witzig: Japaner scheinen einen Sinn dafür zu haben Arbeitsplätze
zu schaffen, am Band war jemand die ganze Zeit damit be
schäftigt
die Koffer umzudrehen, damit Fluggäste sie dann bequem am Griff
vom Band nehmen zu können! Ein Hoch auf diesen
namenlosen Helden der Arbeit!)
Zollkontrolle auch kein Problem: Im Flieger konnten bereits
alle nötigen Papiere ausgefüllt werden und der Zoll-Beamte
hatte sogar ein Blatt mit Fragen wie “Planen Sie Haschisch,
Mariuhana oder Koks nach Japan einzuführen?”
auf Deutsch parat, die ich.. äh.. ja.. beneinen konnte.
Die Koffer wurden nichtmal durchleuchtet.
Im Ankunftsterminal, der kleiner ist als man annimmt, habe
ich dann meine Koffer aufgegeben bei dem allseits bekannten
… Tja.. wenn ich das wüßte… jedenfalls war der Koffer einen
Tag später morgens da und das für günstige 1.800 Yen! Ein
Hoch auf… “Die Firma mit dem grünen Schild obendrüber”.
Gekonnt galant .. Tickets gekauft und gemächlich rennend in
den Zug 2 Stockwerke unter dem Ticketschalter gesprungen,
ich hatte ja schließlich ganze 5 Minuten Zeit den “Densha” zu
erreichen. Auf der Fahrt pures Schweigen, pures Bewundern der
Landsch… der Städte und Häuser. Man bekommt irgendwann das
Gefühl Japaner bereiten sich darauf vor bald keinen Reis mehr
zu bekommen, selbst in größeren Städten befindet sich,
wo man es gerade noch unterbringen kann Reisefelder.
Das artet in skurilste Platzausnutzung aus. Der pure Wahnsinn!
1. .. Nein.. Ichiban Station: Tokyo Hauptbahnhof, alles klar!
Keine Probleme den Weg zu finden ( ich kann ja bestens
alles überblicken.. wo sind hier eigentlich Japaner!?
),
Ich da, Zug da, alles klar, dann man rein.. Denkste!
Erst ist die Putzkolonne dran, bei der man sogar als
aussteigener Gast seinen Müll abgeben kann. 10 Minuten
später kann der “blitzeblanke” Zug betreten werden.
“Shinkansen” Tokyo - Echigouya - Max Tokei 135.
Toll! Super Aussicht, super schnell, super freundlich, aber
Unterdessen etwa 3-mal Zugführer, Kontrolleur und
Personalwechsel, wozu auch immer… aber mein Ticket
musste ich nur einmal zeigen. Zudem verbeugt sich der
jeder Zugbedienstete höflich mit einem “Arigatou Gozaimasu”
wenn er durch ein Abteil gegangen ist, auch wenn er
nichts wollte und nur durch musste. Sehr höflich!
In Echigouya angekommen habe ich, als alter Hase
im Japan-Densha Geschäft, meinen Zug gefunden
um also endlich in Kanazawa, Hauptstadt der Präfektur
Ishikawa anzukommen. Groß.. Sehr groß! Lustige kleine
Japaner wuseln überall geschäftig herum. Wer gerade
keinen Anzug, eine Uniform oder Schuluniform trägt muss
zwingend auffallen, das geht gar nicht anders.
Am Taxi-Stand, wie hätte man es anders erwartet,
geht am Taxi die Tür automatisch auf und wieder zu. Der
Taxi-Fahrer tippt die Adresse in sein Allzweck GPS + TV-Gerät
ein, und schaltet wieder aufs TV. Ich konnte mich nicht
entscheiden, Fernsehen oder nach draußen schauen…
Ich habe dann den Mittelweg gewählt.
Angekommen bei Tooshi und Sooto Yamamiya, beides Rentner,
kann ich erstmal duschen und bekomme ein fürstliches Essen
aufgetischt. Aber was für Portionen.. Ungefähr 12 Täfelchen,
Dosen und Tellerchen umrunden, ja man möchte fast meinen
umstapeln mich und laden zum herzhaften Zulangen ein.
Gesagt, getan. Einiges ist man aus Deutschland gewohnt:
Etwa Tomaten, Salat und Fisch, anderes aber nicht: Echter
Japanischer Reis etwa, komplett anders als der deutsche.
Ziemlich merkwürdige Soucen die man auf das Essen gibt,
oder ziemlich merkwürdiges Fleisch.. keine Ahnung von
welchem Tier, geschmeckt hat es aber bestens!
Danach umkippen und schlafen im Bett .. äh auf dem Futon.. siehe Bild.
Tag 2 - 12:30 Uhr Japanischer Zeitrechnung, mein Koffer
langweilt sich schon unten im Flur, stehe ich gerade auf,
Peinlich aber ich war sooo müde… schnell mein Willkommensgeschenk,
( Deutsche Schokolade, Mozartkugeln ) überreicht und die beiden
waren erstmal überglücklich. Scheint ne gute Idee gewesen zu sein!
Nach dem Frühstück, Notiz an mich selber: Wenn dich ein Japaner
fragt ob du ein oder zwei Toast haben möchtest, nimm nur EINES!!
Toasts scheinen direkt aus Amerika importiert zu werden, denn
sie entsprechen von der Größe her etwa 4 herkömmlichen “deutschen”
Toasts sowohl in der Höhe als auch in der Breite + unsäglich viele
Schüsselschen, Tellerchen und dem ganzen obligatorischen Kram.
Aber: Sugoi!!! ist es! ( Toll! Großartig!)
Dann erster Ausflug in die Stadt Kanazawa, zum “Rifare Building”
wo die Eurocentres, Kanazawa Schule ihren Sitz im 4. Stock hat.
Kauf einer mehr oder minder günstigen Monatskarte, die ich hätte
niemals ausfüllen können ohne Hilfe meiner “Okaasan” ( Mutter )
in Japan, weil Überraschung: Alles auf Japanisch!
Verblüffend wie oft man auf deutsche Anspielungen in so einer
Stadt trifft: Japaner mit deutscher Flagge auf einem nachgemachten
Bundeswehr Hemd ( soll wohl cool wirken ), Häuser und Produkte mit
deutschem Namen … sowie Werbung für die bevorstehende WM in
Germany.
Zurück in dem Haus meiner Gastfamilie Entdeckung der ersten
Gemeinsamkeit aus dem IT-Bereich: Offene WLANs hier wie dort.
Leider alle außer Reichweite um eine ordentliche Verbindung
aufzubauen, werde mein Laptop mal woanders hinstellen, natürlich
nur um die genaue Richtung des WLAN zu orten und den örtlichen
Besitzer über äh.. dies und das aufzuklären.
Abends dann Besuch eines japanischen… ich meine Französischen
Restaurants, wer immer schon mal wissen wollte wie es in Japan
ist, besuche ein japanisches “France Restaurant”, denn außer
dem Schild hat das ganze soviel mit Frankfreich zu tun wie
Peter Pan mit Klingonen. Man sitzt typisch Japanisch vor einer
Theke mit angebrachtem Tisch und kann dem “Chef de la Cuisuine”
beim Arbeiten zuschauen. Während der Gänge .. und es waren
viele Gänge.. wird einem ein nasses warmes Handtuch gereicht
mit dem man irgendwie alles um sich herum abputzen kann,
sich selbst eingeschlossen.
Nachdem dann auch allen klar war das ich Deutscher bin,
meine Gastfamilie legt viel Wert darauf allen Leuten dies
sofort mitzuteilen, wurden der freundlichen Bedienung kurzerhand
ein paar Brocken Deutsch beigebracht woraufhin sich selbige,
vor Begeisterung, kaum wieder einbekam und mit dem Küchenchef,
der erstmal seinen gesamten Vorrat an deutschen Wörtern
herausgeholt hatte ( die müssen da lange gelegen haben )
gefachsimpelt über deutsche Autos und deutsches Essen. Am
Ende wurden wir dann vom Küchenchef persönlich hinaus
geführt welcher sich tausendmal bedankte und mich noch
mit einem echten Händedruck verblüffte.
In diesem Sinne: Itadakimasu! ( Grußformel vor dem Essen )
Ich glaube nicht erwähnen zu müssen das so ziemlich alles
was in Japan die Bezeichnung Laden trägt, bis spät in die
Nacht geöffnet hat, erwähne es aber trotzdem um hier eine
kleine aber feine Kritik am bundesdeutschen Ladenöffnungszeiten-
gesetz anzubringen. Alleine das ist schon ein Grund umzuziehen.
Wenn da nicht die Sprachbarriere wäre! Jetzt fällt es mir
besonders auf was ich schon kann und was nicht. Besonders
Verben und Eigenschaftswörter fehlen mir an allen Ecken und
Enden. Allerdings sind die beiden Yamamiyas sehr bemüht und
große Probleme gab es bisher auch keinerlei.
Als letztes noch für alle die es noch nicht wussten, oder bereits
wussten aber nicht glaubten: Um Punkt fünf Uhr wird hier in den
Wohngebieten Kanazwas eine klingelnde melodische Musik gespielt
damit die kleinen Kinden wissen: Genug gespielt, ihr müsst jetzt
nach Hause gehen.
Hai, soweit mein Bericht aus good ol’ Japan, es grüßt
“Christoph-san” der hiermit wieder zurück an die
angeschlossenen Kommentare abgibt.
Habe das Video, aus Kosmetikgründen mal in den
“Videos” Bereich gepackt. Siehe Navigation oben.






Sehr interessant! Ich findĀ“s erschreckend, was unsereins “Otto-normal-Deutscher” für ein falsches (Landschafts)Bild von Japan hat. Ich hab mir immer diese unglaublich engen Häuser, straßen und Städte vorgestellt - aber das Video zeigt ganz andere, sehr schöne Landschaften! Mehr davon!
Aber ob Mozartkugeln so ein gutes Geschenk aus _Deutschland_ ist, sei mal kommentarlos dahingestellt
Hallo Christoph,
schön dass du Heile angekommen bist, wir freuen uns für dich.
Kaum zu glauben das du mit dem Handy so ein tolles Video machen konntest.
Das ist eine sehr interessante und informative Seite! Die Texte sind witzig und der Bericht einfach nur beneidenswert!
Wir warten gespannt auf deinen nächsten Bericht.
06.06.06 19:00 Uhr
Liebe Grüße aus Stromberg
Grüße nach Japan! Nach deinem Video könnt man sich fast fragen ob Japan wirklich eines der hochtechnisiertesten Länder der Welt ist. Michi hat da schon nicht ganz unrecht. Freut mich ja, dass du in einem richtigen japanischen Haus mit Futon usw. gelandet bist und in keiner “verwestlichen” Familie. Ich wäre ja zu gerne dabei gewesen, als du im “French Restaurant” einem Japaner ein paar deutsche Sätze beigebracht hast um zu sehen ob denen unsere Laute genauso schwer fallen wie uns ihre. Bin schon in voller Vorfreude auf deinen nächsten “Lagebericht”.
Hallo Christoph,
herzlichen Glückwunsch.
Ganz Deutschland bewundert dich.
Ein Teil schaut WM und der andere Teil
schaut wo du nun steckst…
Übrigens: Mozartkugeln ein “tolles Geschenk”
deine Mama wird stolz auf dich sein. HiHiHi.
Also, ich will dich ja nicht ärgern und wünsche
dir noch viel Spaß viel Sushi viel Reis…
Gruß CD aus B
Hallo Christoph,
der ganze Schniederkötter-Clan wünscht dir viel Spaß und Erfolg in Japanesien.
Robert
hallo
wünsche dir einen schönen aufenthalt !!(du kommst doch nochmal wieder))wenn du wieder im land der kartoffel……. bist mußt du dich bei mir melden denn mein PC tick wieder einmal nicht….!!
bis bald uwe
ps.schick mal ein paar bilder was wir alles verpassen!!
Hallo Christoph,
ist ja Wahnsinn wie Du das alles aufgezogen hast. Über die Details
müssen wir unbedingt im kleinen Kreis bei einem guten Fläschchen Rotwein (dafür sind Deine Eltern zuständig) reden. Wir freuen uns schon jetzt darauf, pass auf Dich auf und viel Spaß noch
Peter und Birgit