Franzmanns Illusionen

Montag, 3. Juli 2006 (18:58 CEST)

Eigentlich habe ich von Frankreich immer ein
gutes Bild gehabt, nette freundliche Menschen
die berühmt für Essen und Wein sind.
Aber vielleicht sollten Sie sich auch darauf
beschränken, heißt es doch immer:
Schuster bleib bei deinen Leisten.

Warum?
Frankreich hat nun schon seit dem
01.07.2006 ein neues Urheberrecht
in dem steht:
“Alle digitalen Formate müssen miteinander
kompatibel sein”
Eigentlich eine gute Idee: Der Verbraucher
kauft sich im iTunes Shop eine CD und spielt
diese dann im Windows Media Player ab und
andersherum.
Das dass ganze aber von den Rechteverwertern,
sprich unserer abgöttisch geliebten Musikindustrie,
überhaupt nicht gut aufgenommen wird liegt auf
der Hand und da auch Frankreich es sich mit
der Musikindustrie wohl nicht verscherzen möchte
gibt es kurzerhand das Gegenmittel zum Gesetz:
Um so eine Forderung nach Kompatibilität
einzufordern bedarf es:
a) einer Behörde die dies anordnet und
b) den Antrag von Seiten der Branche.

Ich bin gespannt ob es je einen Fall geben
wird. Viele Argumente dafür gibt es für die
Rechteverwerter schließlich nicht und außerdem
macht es doch auch viel mehr Spaß wenn
jeder sein Software-Süppchen kocht
und dem kleinen gemeinen User sein
täglich Musik in kleinen digitalen und
kopiergeschützen Happen darreicht.

Eindeutig ein Fehlgriff liebe Franzosen.

Es grüßt

Christoph


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2 Antworten zu “Franzmanns Illusionen”

Micha schrieb am Dienstag, 4. Juli 2006 22:06 Uhr :

Das die Franzosen nicht mehr alle Zwiebeln im Salat haben ist ja eigentlich nichts neues. Aber wie genau ist diese Urheberrecht zu vestehen? (Was hat Dateiformatkompatibilität eigentlich mit Urheberrecht zu tun?)

Wird das Recht/die Pflicht eines kompatiblen Dateiformats nur vollzogen/überprüft, wenn a) und b) eintreffen?

Dann denke ich, wirds wohl in der Tat nie passieren.

Gruß

Christoph schrieb am Donnerstag, 6. Juli 2006 11:37 Uhr :

Das hat insofern mit dem Urheberrecht
zu tun als das die Franzosen dem Urheber
z.B. \”Apple\” vorschreiben wie er seine Rechte
zu benutzen hat. Aber vor allem Apple wird sich
das nicht bieten lassen und eher aus dem französischen
Markt aussteigen als das eigene System zu öffnen.

Eigentlich eine sehr Verbraucherfreundliche
Entscheidung, wenn da nicht die Hinderungen
wären.

Der Staat kann den Firmen nur auf die Finger
klopfen wenn die Formate nicht kompatibel
sind, das wird gemacht damit nicht alle Verbrauche
sofort anfangen wahllos alles durchzuklagen.

Ein ziemlich sinnloses Gesetzt meiner Meinung nach.

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