HowTo: Get Stuck

Donnerstag, 8. Juni 2006 (01:38 CEST)

Bericht eines Japan Reisenden vom 07.06.2006,
aka sein 5. Tag im Land der aufgehenden Sonne.

Viele Leute fragen mich: ( mich fragen nie Leute,
aber man muss sagen “Mich fragen viele Leute”
sonst geht es nicht weiter )
“Christoph, was treibst du eigentlich in Japan?”
Die Antwort ist einfach: In Bussen, Bahnen,
zu Fuß oder mit dem Flugzeug, alleine oder
zu zweit, von merkwürdigen Blicken verfolgt
werden. Obwohl es in Kanazawa eigentlich
genug “Gaijins” ( Ausländer ) gibt, scheint
es für jeden Japaner immer wieder aufs neue
TOTAL überraschend zu sein, einen zu sehen.
Gesagt wird nie etwas, aber die Augen
ausgestarrt bis die Schwarte kracht.
Ich sollte Geld dafür nehmen.

Heute stand der erste Besuch des Kanazawa
“Gamers” Laden an. Und wie es sich für einen
echten “Gamers”-Laden gehört kauft man dort….
RICHTIG… Mangas! Animes, Anime-Musik,
Anime-T-Shirts, Hentais ( bedeutet soviel
wie “pervers”, was hoffentlich auf den
Inhalt schließen lässt ) und alles was
man als ordentlicher Japaner so braucht.
Meine Errungenschaft: 2 Mangas.
Genshiken Vol 1. und Gunslinger Girls Vol. 6.
Man sollte allerdings nicht in Erwägung
ziehen den Kassenbediensteten nach einem
Manga/Anime Titel zu fragen. Die höfliche
Frage nach dem Anime “Gantz”, der auch unter
diesem Titel in Japan läuft, wird mit einem
müden aber gutgemeinten “Häää?” irgendwie
unbefriedigend beantwortet. Nach diversen
Versuchen endlich ein Treffer: “Last Exile”
wird höflich mit “Aa.. Lasto Exilo!?????”
beantwortet und dann mit so etwas wie
“Ham wa nich.” .. oder so.. beantwortet.
Jedenfalls soviel zu Animes und Engrish.

Abteilung “Japanese-Engrish” Teil 1:
Im Ishikawa Museum of Traditional Arts
and Crafts, siehe Bilder, hängt vor
der Kasse im “Arts and Crafts Shop”
ein gutgemeintes Schild mit der netten
Aussage:

“Sorry, we don’t!”

Als geneigter Betrachter fällt es schwer
dann nicht in atemloses Brüllen auszubrechen
um danach sämtliche Einkäufe wieder wegzulegen.
Aber, Holzauge sei wachsam, nach reiflicher
Diskussion wird dann auch das fehlende Objekt
zutage gefördert und mit einem Schuss Sinn
und verstand ausgestattet.

“Sorry, we don’t accept Credit Cards!”

hätte es verständlicher auf den Punkt gebracht.
So taugt, “Sorry, we don’t!” wahrscheinlich
noch bis ans Ende der Reise als bester Witz
für sinnlose Konversationen.

Ist schonmal jemanden aufgefallen, dass
I’ll “ask her later” und das Wort
“Escalator” ziemlich ähnlich klingen?
Ja, Aaron und mir heute, als er ersteres
sagte und ich letzteres verstand und wir
danach erstmal eine halbe Stunde lang nicht
mehr konnten vor lachen. Deshalb schlage
ich den folgenden Dialog auch für die
goldene Himbeere vor:
Aaron: “I think I will ask her later.”
Christoph: “You will take the Escalator?”
Wer noch auf der Suche nach sinnlosen
Dialogen für eine Neuauflage der
“Benny-Hill-Show” ist, hier sei sich
bedient. Dozo!

Ich möchte gerne wissen welcher Teufel
mich geritten hat, ABER ich habe heute
an der “Cooking Lesson” teilgenommen.
Einem Ausflug zu einer Art japanischen
Landfrauen-Bewegung wo wir lernen konnten
wir man japanischen Sushi zubereitet.
Und siehe da:
Christoph “4-Sterne Koch” Blogschreiber
hat folgendes geschaft:
1. es geschafft zu kochen
2. es geschafft das gekochte
genießbar zu halten und
3. sogar richtig gut und lecker gegessen
und das Rezept gleich mit in die Reisetasche
gehen lassen. “Sushi wa oishiee desu ne!”
Da ich mit Kochen beschäftigt war, konnte
ich leider keine Photos machen, aber
Yasuda-san hat einige Bilder gemacht,
die den Eurocentres Schülern zum Downloaden
ins Internet gestellt werden. Nicht nur von
heute, sondern von allen Tagen an denen von
Eurocentres organisierte Veranstaltungen
gemach werden. Tolle Sache!

Um einige aufgekommene Bedenken bezüglich
der Unzivilisiertheit der Japaner aus dem
Weg zu räumen sind die folgenden Beispiele
gedacht:
Es kann passieren, dass man in Japan von
einem Passanten mir nichts dir nichts
umgerannt wird, da dieser zu sehr in seinen
Nintendo Handheld vertieft war und nicht auf
den entgegenkommenden Verkehr geachtet hat.
Gefährlich!
Zudem sind, meiner bescheidenen Ansicht nach,
alle Buswartehäuschen mit einem Display ausgestattet
auf dem der nächste Bus angekündigt wird,
Randalismus scheint ein Fremdwort zu sein,
meine Gastfamilie schließt die Tür lediglich
Nachts ab und morgens wieder auf, was bedeutet
das die Tür durch einfaches “Aufschieben” oder
“Zur Seite schieben” geöffnet werden kann.
Es ist keine Seltenheit das selbst ältere
Leute ( 60+ ) MP3-Player tragen oder auf
dem topmodernen Handy Spiele spielen.
Ich könnte noch tausend Beispiele bringen,
möchte aber nochmal betonend versichern.
Ja, Japan ist technologisch und
zivilisatorisch auf einem SEHR hohen Stand.

Wer´s nicht glaubt, schaue es sich selber an ;)

Damit reiche ich den Wanderpokal an die
Amateurmannschaft des “SC Kommentar”
weiter und räume noch mit einem
weit verbreiteten Mysterium auf,
das da lautet: “Was heißt eigentlich Mitsubishi?”
Lösung: Mitsu = 3, Bishi = Diamant
Mitsubishi = 3 Diamanten!
Wer es nicht glaubt, schaue
sich einfach mal das Logo
des Autoherstellers an. :)

Grüße aus good ol’ Japan
CCCCCChhhhhhRRRRRiiiSSttttooooPPPPhh

Die Hana Klasse, ohne michDer Klassenraum


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1 Antwort zu “HowTo: Get Stuck”

Stefan schrieb am Freitag, 9. Juni 2006 21:33 Uhr :

Ich hoffe du hast den Besuch im Gamers Laden überlebt. Muss ja ein wahrer Traum gewesen sein in diversen Mangas zu blättern und Animes zu bestaunen, die hierzulande meist noch nicht einmal vertrieben geschweige denn ins Englische übersetzt werden *neidisch werd*. Zu Zeit schaue ich mir übrigens mit wachsender Begeisterung Speed Grapher an.

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